KANN PLASTIK IN DER NATUR VERROTTEN?

Zu einem echten Problem ist ausgerechnet einer der größten Vorzüge von Kunststoffen geworden: ihre Langlebigkeit, ja ihre Unzerstörbarkeit. Denn was wird aus den Millionen Tonnen von Plastikmüll? Billig herzustellen, praktisch in der Benutzung, niemand, der darauf verzichten möchte. Doch jede geleerte Shampooflasche, jeder leere Joghurtbecher, jedes weggeworfene Kinderspielzeug muss entsorgt oder nach Möglichkeit recycelt werden. So werden zum Beispiel PET-Flaschen ungefähr zwanzigmal wieder in den Umlauf gebracht, bevor Millionen von ihnen zu kleinen Flakes zerhäckselt werden. Aus dem Granulat entstehen wieder neue PET-Flaschen oder die Flakes werden als Feuerungsmittel in Heizkraftwerken und Müllverbrennungsanlagen genutzt. Das Entsorgen von Kunststoff-Produkten ist jedoch problematisch; weder Sauren noch Laugen können die Kunststoffe zersetzen. Viele Dinge, die aus Kunststoff bestehen, werden nicht als Mehrweg-, sondern als Wegwerfartikel hergestellt. Sie verrotten nicht und „leben“ eine sehr, sehr lange Zeit, nämlich Hunderte, von Jahren, in Boden und im Wasser. Auch Mikroorganismen wie die Bodenbakterien „beißen“ sich an Kunststoffen „die Zähne aus“.

 

(Text stammt von https://www.cornelsen.de/bgd/97/83/06/06/16/69/5/9783060616695_x1KA_090_113.pdf Seite 95/96)